Liebesgedichte der Romantik - romantische Liebesgedichte

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Über Gedichte der Romantik

Die Romantik war nur eine unter vielen Richtungen in der Lyrik, die es Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab. Der Begriff „romantisch“ leitet sich von romanhaft ab, also etwas, das aus der Realität abgeleitet wird, aber seine eigene fiktive Wirklichkeit hat. Von da aus geht der Begriff in Richtung abenteuerlich, übersteigert. Diese Übersteigerung als Kennzeichen der Romantik greift Novalis auf:

Die Welt muss romantisiert werden.So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts als eine qualitative Potenzierung. Das niedere Selbst wird mit einem besseren Selbst in dieser Operation identifiziert. So wie wir selbst eine solche qualitative Potenzenreihe sind. Diese Operation ist noch ganz unbekannt. Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es. – Umgekehrt ist die Operation für das Höhere, Unbekannte, Mystische, Unendliche – dies wird durch diese Verknüpfung logarithmisiert – es bekommt einen geläufigen Ausdruck.

Liebesgedichte sind geradezu das Paradebeispiel für Potenzierung: Aus einem ganz normalen Mann wird „der Herrlichste von allen“. Auch ist der Tonfall bei den Gedichten von frisch Verliebten nahe der Hysterie, wenn es nur um das Wiedersehen mit der oder dem Geliebten geht.

Eine weitere Grundlage für die romantische Strömung war die Verschmelzung von Geist und Natur, die auf Schellings Identitätsphilosphie basierte. Zum Ausdruck kommt diese Idee z. B. in der Überzeugung, dass auch Dinge träumen, wie in Eichendorffs Wünschelrute (Ausführliche Interpretation beim Lyrikmond).

Diese ideellen Grundlagen in Gedichten der Romantik wiederzufinden, ist nicht immer einfach. Letztlich haben sich die romantischen Dichter auch nicht jedes Mal hingesetzt mit dem Gedanken, ein Gedicht auf Basis der philosophischen Grundlagen der Romantik zu schreiben. Und natürlichen unterscheiden sich die Dichter in ihrer Art und lassen sich nicht in jedem einzelnen Gedicht von „Nicht-Romantikern“ abgrenzen.

Es gibt jedoch einige formale und inhaltliche Merkmale, die man häufig, beileibe nicht immer, in Gedichten der Romantiker findet. Da ist einmal die Anlehnung ans Volkslied, eine Rückkehr zu den Wurzeln der deutschen Dichtung. Diese Wurzeln sollten sich in überlieferten Liedern zeigen, deren Autoren schon damals nicht mehr identifizierbar waren.

Der Vorteil des Volkslieds als Anknüpfungspunkt für die Gestaltung eines Gedichts ist eine gewisse formale Freiheit. Die typische Volksliedstrophe ist in der Regel vierzeilig, meist kreuzgereimt (auch heterogen, also nur jede zweite Zeile reimt) mit drei bis vier Hebungen und jambischem Versfuß. Die Reime sind jedoch nicht immer sauber, auch Assonanzen (gleiche Vokale, unterschiedliche Konsonanten) können genutzt werden und das Metrum wird nicht strikt gehandhabt. Statt dem strengen Wechsel von Senkung zu Hebung im Jambus ist es durchaus möglich, häufiger mal zwei Senkungen einzustreuen. Da, wie der Name Volkslied andeutet, diese Gedichte zum Gesang bestimmt sind, ist es kein Problem, statt etwa einer Viertelnote für eine Senkung zwei Achtelnoten für zwei Senkungen zu singen.

Auch inhaltlich bietet das Volkslied einige Freiheiten. Der Inhalt muss nicht streng logisch, er kann durchaus fragmentarisch sein. Wichtiger ist eine leicht zu überliefernde Kürze und der Klang. Daraus entwickelte sich eine romantische Gedichtart, die nur noch auf Klang setzte, deren Inhalt höchstens assoziativ war: das Klanggedicht (z. B. Brentano: Wiegenlied).

Joseph von Eichendorff schrieb zum Volkslied:
Das Volkslied hat allerdings den Grundcharakter aller Lyrik überhaupt; es stellt nicht die Tatsachen, sondern den Eindruck dar, den die vorausgesetzte oder kurz bezeichnete Tatsache auf den Sänger gemacht. Von der Kunstlyrik aber unterscheidet es sich durch das Unmittelbare und scheinbar Unzusammenhängende, womit es die empfangene Empfindung weder erklärt noch betrachtet oder schildernd ausschmückt, sondern sprunghaft und blitzartig, wie sie es erhalten, wiedergibt, und gleichsam im Fluge plötzlich und ohne Übergang, wo man es am wenigsten gedacht, die wunderbarsten Aussichten eröffnet.

Beispiele für romantische Gedichte im Volksliedton: Wilhelm Müller, Der Lindenbaum und Joseph von Eichendorff, Waldgespräch.

Thematisch wurde bei den Romantikern natürlich alles bedient, was sonst in der Lyrik geboten wird. Auffällig ist die fast durchweg positiv besetzten Nacht als Thema, die nicht als etwas Angsteinflößendes gesetzt wird, sondern als Schöpfungsquelle für neue Kräfte. Berühmtestes Beispiel ist die Mondnacht von Eichendorff

Ein weiteres wichtiges Oberthema ist die Entgrenzung, die sich in Reise- oder Sehnsuchtgedichten ausdrückt. Das Ferne, das Unbekannte war eben ein romantischer Reiz im Gegensatz zur biedermeierlichen Häuslichkeit.

Eine letzte Spezialität, mit der die Romantiker ihrer Zeit weit voraus waren, ist die Romantische Ironie. So wie die Ironie den eigentlichen Sinn eines Wortes zerstört, indem sie genau das Gegenteil meint, so zerstört die Romantische Ironie die Erzählhaltung eines Gedichts. Das lyrische Ich oder die Stimme des Gedichts und ihre Ausführungen werden in nichts aufgelöst oder der Dichter gibt den Schein, ein anderer als er selbst zu sein, auf. Beispiele sind Heines Ich weiß nicht, was soll es bedeuten oder Eichendorffs Frühlingsfahrt (auch als Die zwei Gesellem bekannt).

Letztlich hilft es wesentlich, wenn man mit bekannten Dichternamen aus der Romantik vertraut ist: Wilhelm Tieck, Clemens von Brentano, Achim von Armin, Joseph von Eichendorff, Ludwig Uhland, Heinrich Heine (der aber immer gefährlich mit Ironie hantierte), Wilhelm Müller, Novalis, Eduard Mörike. Trifft man auf einen dieser Namen, kann man davon ausgehen, dass das Gedicht zu Romantik gehört und versuchen, romantische Merkmale zu finden. Aufgrund der Verschiedenartigkeit der Dichter, der Vielfältigkeit ihrer Gedichte und der langen Zeitspanne (mehr als 50 Jahre), die zwischen den einzelnen Dichtern liegt, bleibt schließlich nur übrig zu sagen, dass romantische Lyrik ist, was romantische Dichter dichteten. Was als Fazit eine gewisse Romantische Ironie für diesen Text darstellt